Tomaten ausgeizen und richtig Düngen

Endlich wachsen die Tomaten aus eigener Anzucht oder vom Händler. Jetzt kann man den Pflanzen fast schon zuschauen, wie sie an warmen Tagen größer werden. Und da soll man jetzt etwas wegnehmen? Warum macht man das eigentlich? Was bewirkt das? Kann das jeder?

 

Warum Tomaten ausgeizen?

Tomaten ausgeizen hat gleich mehrere Gründe: Das Ausgeizen fördert einen kräftigen Wuchs und sorgt für Überschaubarkeit. Da Geiztriebe wuchskräftiger als der Haupttrieb sind, wird durch das Entfernen die Kraft in den Haupttrieb gelenkt. Das ergibt kräftigere Pflanzen, die sich auf die Fruchtbildung konzentrieren.  Durch das Entfernen der Geiztriebe bleiben weniger Blätter an den Pflanzen. Denn werden die Pflanzen mal nass durch Regen oder Dunst, dann trocknet das Blattwerk schneller ab und es kommt nicht so schnell zur gefürchteten Kraut- und Braunfäule. Den diese Pilze siedeln sich am liebsten auf den nassen Blättern an.

Neben dem Ausgeizen fängt man jetzt auch an, die unteren Blätter nach und nach zu entfernen. Denn die unteren Blätter an der Tomatenpflanze werden beim Gießen wahrscheinlich nass und die Krankheitserreger haben es dann einfacher sich anzusiedeln. Wer die unteren Blätter entfernt, vermindert das Erkrankungsrisiko.

Geiztriebe werden an den Blattachseln direkt am Stamm mit zwei Fingern herausgebrochen. Im Gegensatz dazu werden die Blätter abgeschnitten und zwar maximal bis zur ersten Blütenrispe und mit ein paar Zentimetern Abstand zum Haupttrieb. Werden die robusten Blattstiele nämlich abgerissen, dann können Risse am Hauptstamm entstehen. An diesen Rissen können dann Kraut- und Braunfäuleerreger schnell die Pflanze befallen.

Ausgegeizt werden übrigens nur Stabtomaten, da diese eigentlich nur einen Haupttrieb bilden sollen und an einem Stab fixiert gezogen werden. Die meisten Tomaten sind Stabtomaten. Es gibt aber auch andere Sorten, wie z. B. Wildtomaten oder Buschtomaten (diese werden als Balkontomaten verkauft). Diese braucht man nicht ausgeizen.

Wer dann ab der ersten Blüte die Pflanzen mit Mineralien und Nährstoffen versorgt, der kann auf reiche Ernte hoffen. Wie oft sollten Tomaten gedüngt werden?

Da Tomaten Starkzehrer sind, benötigen sie deshalb laufend ausreichend Nährstoffe. Neben nährstoffreicher Erde ist auch das Düngen für das Wachstum der Tomatenpflanze wichtig. Außerdem stärkt das Düngen die Widerstandskraft der Pflanzen und schützt sie vor Schädlingen und Krankheiten.


Wann düngt man am besten?

Etwa 2 bis 4 Wochen nach dem Auspflanzen sollte im Wurzelbereich bevorzugt mit einem Volldünger gedüngt werden. Nach 4 Wochen wird nachgedüngt. Am besten bringt man den Dünger frühmorgens, bevor die Sonne scheint, oder in den späten Abendstunden aus. 

Welche Dünger gibt es?

Inzwischen gibt es zahlreiche Tomatendünger, die sich in Zusammensetzung, Wirkungsdauer und Handhabung unterscheiden. Außerdem unterscheidet man noch zwischen mineralischen und organischen Düngern.

Mineralische Dünger sind industriell hergestellte bzw. künstliche Dünger. Der Vorteil eines Tomatendüngers besteht darin, dass die Inhaltsstoffe speziell auf Tomatenpflanzen abgestimmt sind. Außerdem besteht keine Gefahr, dass der Dünger Verunreinigungen, Schadstoffe oder Schädlinge enthält. Mineralische Dünger gibt es als Flüssigdünger, Blaukorn oder Düngestäbchen und Drops.

Flüssigdünger sind einfach zu Handhaben und wirken schnell. Dabei sollte beachtet werden, dass die Erde leicht feucht ist, wenn gedüngt wird.

Düngestäbchen und Drops überzeugen mit ihrer Langzeitwirkung. Die kann von einigen Wochen bis zu einer kompletten Saison dauern. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist auf die Tomatenpflanzen abgestimmt, die Dosierung ist aber je nach Präparat unterschiedlich. Die Stäbchen sind einfach anzuwenden.

Blaukorn ist ein hochdosierter Industriedünger. Hier ist Vorsicht geboten, da es bei der Verwendung von Blaukorn leicht zur Überdosierung kommen kann. Dadurch kann die Wurzel beschädigt bzw. verbrannt werden. Der Vorteil ist, dass die Tomatenpflanzen sehr schnell mit allen nötigen Nährstoffen versorgt werden. Um die Tomaten mit Blaukorn zu düngen, sollte man nur wenige Körner in die feuchte Erde geben. Außerdem sollte darauf geachtet werden, nicht zu nahe an den Pflanzenstamm zu düngen. Danach sollte gegossen werden, damit sich die Körner auflösen. Blaukorn eignet sich nicht für Jungpflanzen.

Bei organischen Düngern handelt es sich um natürlich gewachsene Düngemitteln. Der Vorteil von organischen Düngern ist, dass diese biologisch und meist kostengünstiger sind. Eine Überdüngung ist mit organischen Düngemitteln kaum möglich. Der Nachteil ist, dass diese langsam wirken. Die Pflanzen können somit nicht schnell und kurzfristig mit Nährstoffen versorgt werden.

Die beliebtesten organischen Düngemittel sind: Hornspäne oder Hornmehl, Pferdedung oder Kompost. Hornspäne und Hornmehl werden aus geraspelten Hufen und Hörnern von Schlachtvieh hergestellt. Sie zeichnen sich durch einen hohen Stickstoffgehalt aus. Hornspäne bzw. Hornmehl können ganzjährig eingesetzt werden und haben eine langfristige Wirkung. Idealerweise werden die Hornspäne bzw. das Hornmehl vor der Aussaat bzw. dem Einpflanzen in das Erdreich eingearbeitet.

Pferdedung zeichnet sich durch seinen hohen Nährstoffgehalt aus. Pferdeäpfel lassen sich sowohl frisch als auch getrocknet als Dünger verwenden. Bei frischem Pferdedung muss darauf geachtet werden, dass die Pflanzen keinen direkten Kontakt mit dem Mist haben. Getrockneter Pferdedung wird um die Pflanzen ausgestreut.